Eine Solaranlage für Ihr Einfamilienhaus kostet brutto CHF 18'000 bis CHF 27'000. Nach Förderung und Steuerabzug bleiben effektiv CHF 10'000 bis CHF 16'000. Doch nicht jeder möchte oder kann diesen Betrag aus dem Ersparten bezahlen. Welche Finanzierungswege gibt es in der Schweiz?
Option 1: Barkauf aus Eigenkapital
Option 2: Hypothekarische Aufstockung
Viele Schweizer Banken und Kantonalbanken akzeptieren Solaranlagen als wertsteigernde Investition und erhöhen dafür die bestehende Hypothek. Die Vorteile: Sie nutzen den günstigen Hypothekarzins (aktuell 1,5 bis 2,5 % für Festhypotheken) und können die Hypothekarzinsen weiterhin steuerlich geltend machen. Die Zürcher Kantonalbank, die Berner Kantonalbank und die Raiffeisen bieten spezielle «grüne Hypotheken» mit Zinsreduktionen von 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten für energetische Sanierungen an.
Beachten Sie: Die Belehnung darf in der Regel 80 % des Liegenschaftswerts nicht übersteigen. Da eine Solaranlage den Immobilienwert um 4 bis 6 % erhöht, entsteht zusätzlicher Belehnungsspielraum. Sprechen Sie mit Ihrer Bank, bevor Sie Offerten einholen.
Option 3: Privatkredit oder Energiekredit
Einige Finanzinstitute bieten zweckgebundene Energiekredite zu vergünstigten Konditionen an. Die Zinssätze liegen bei 2 bis 4 % mit Laufzeiten von 5 bis 15 Jahren. Die PostFinance, Cembra und verschiedene Kantonalbanken führen solche Produkte. Bei einer Kreditsumme von CHF 20'000, einem Zinssatz von 3 % und einer Laufzeit von 10 Jahren beträgt die monatliche Rate rund CHF 193. Vorteil gegenüber der Hypothekaraufstockung: Es wird keine Neubewertung der Liegenschaft benötigt und der Kredit ist unabhängig von der bestehenden Hypothek.
Option 4: Leasing und Contracting
Beim Contracting-Modell finanziert, installiert und wartet ein Dritter (oft der lokale Energieversorger) die Solaranlage auf Ihrem Dach. Sie beziehen den Solarstrom zu einem fixen Tarif, der unter dem Netzstrompreis liegt. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit (15 bis 25 Jahre) geht die Anlage in Ihr Eigentum über. Dieses Modell erfordert keine eigene Investition, bietet aber eine geringere Gesamtrendite als der Kauf. In der Schweiz bieten u. a. die BKW, EKZ und Alpiq solche Contracting-Lösungen an.
Solar-Leasing ist in der Schweiz weniger verbreitet als in den USA, wird aber von einigen Anbietern als Mietkauf angeboten. Die monatlichen Leasingraten betragen typischerweise CHF 150 bis CHF 300 -- oft weniger als die bisherige Stromrechnung.
Förderungen, die jede Finanzierung verbessern
Unabhängig vom gewählten Finanzierungsweg profitieren Sie von der Pronovo-Einmalvergütung (einer Einmalvergütung gemäss Pronovo-Konditionen) und dem vollständigen Steuerabzug. Die EIV wird direkt an Sie ausbezahlt, auch bei Kreditfinanzierung. Der Steuerabzug kann auf zwei aufeinanderfolgende Jahre verteilt werden, um die Steuerprogression optimal zu nutzen. Zusätzliche kantonale Förderungen variieren stark: Im Kanton Waadt gibt es bis zu CHF 3'500, in Basel-Stadt zusätzliche Speicherförderung, in Thurgau erhöhte Beiträge bei Gesamtsanierungen.
Vergleichsrechnung: Welche Finanzierung passt zu Ihnen?
- Barkauf: CHF 12'850 aus eigener Tasche. Rendite: ca. 12 % p.a. Amortisation: 8 Jahre.
- Hypothek (2 % Zins, 10 Jahre): Monatliche Mehrbelastung CHF 118. Nettorendite nach Zinsen: ca. 9 % p.a.
- Energiekredit (3 %, 10 Jahre): Monatliche Rate CHF 124. Nettorendite: ca. 8 % p.a.
In allen Szenarien ist die Solaranlage finanziell vorteilhaft. Die detaillierte Kostenanalyse hilft Ihnen bei der Entscheidung.
Fazit: Finanzierung sollte kein Hinderungsgrund sein
Ob Eigenkapital, Hypothek oder Kredit: Jeder Finanzierungsweg führt bei heutigen Strompreisen und Förderbedingungen zu einem positiven Ergebnis. Die Solaranlage verdient ihre Investition über die Lebensdauer mehrfach zurück. Berechnen Sie Ihr persönliches Sparpotenzial und vergleichen Sie die Optionen.
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